Bühne & Theater

Alles über Liebe

Komödie von Stephan Eckel
Hauptrollen: Giovanni Arvaneh, Renan Demirkan, Tanja Schumann
-Tourneetheater Thespiskarren, Hannover-


Aus dem Textbuch:
Carlos und Anna sitzen auf einem roten Sofa. Zwischen beiden ist viel Platz, keiner will dem anderen zu nahe kommen. Beide haben die Arme vor der Brust verschränkt. Auf der linken Seite des Sofas hat, in einem bequemen Sessel, die Therapeutin Platz genommen. Sie ist angespannt. Auf ihrem Schoß liegt ein Notizbuch, in das sie hin und wieder kritzelt. Überall im Raum sind kleine Kleenex-Boxen verteilt,…. So beginnt die facettenreiche erste Sitzung der Paartherapie, die Anna und Carlos als letzte Möglichkeit erwogen haben, um ihre Beziehung zu retten.


„Das war ein Scherz, ich sag‘s dir gerne noch einmal. Humor! Das Gegenteil von deiner Mutter!“

Mal witzig, mal ernst werden in dieser Therapiestunde alle großen Missverständnisse
zwischen (Ehe-)Mann und Frau, Vater und Mutter, Schwiegersohn und Tochter aufs Tapet gebracht. Anna leidet nicht nur unter quengelnden und kreischenden Kindern beim abendlichen Einkauf, sondern auch unter dem Verlust ihrer einstigen Anziehungskraft auf das andere Geschlecht Darunter, dass ihre Welt immer mehr zu schrumpfen scheint und unter Zwergen- und Piratenkostümen, die sie für das nächste Kindergartenfest produzieren muss. Carlos kämpft dagegen um den Spaß in seinem Leben als verheirateter Mann und hasst es, als Vater immer den schwarzen Peter zugeschoben zu bekommen, ganz gleich was er tut.

Zwischen Anklagen, Aggressionen und Absurditäten werden Episoden aus dem Eheleben anschaulich rekonstruiert: einen Horror-Urlaub mit anderen Pärchen, die Kindertanzgruppe, die vollbusige Praktikantin und der Halbfett-Kartoffelsalat der Schwiegermutter. Kaum ein zwischenmenschliches Problem bleibt unerwähnt, und so manches Paar wird sich hier wiedererkennen. Vor Jahren noch stürmisch verliebt, sitzt man ruckzuck mit zwei Kindern in einem Reihenaus und spielt nur noch das Taxi für den Nachwuchs.
Aber muss es denn immer so sein, dass der Alltag die Liebe auffrisst? Zwischen den Zeilen des schnellen und pointenreichen Schlagabtauschs des Paares offenbart sich, mal auf urkomische, mal auf sehr anrührende Weise, schließlich doch noch das Band, das Anna und Carlos zusammenhält: Die Liebe. Eine ebenso freche wie bitterböse Komödie über das romantische Ehebild und eine hemmungslose Reflexion (un-)möglicher Alternativen.

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